26. Oktober 2026

Ein alter Teil Basels, neu durchdacht

Zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Bestand und Neubau: Wie das Neue Klybeck aus dem Industriestandort von heute ein lebendiges Quartier für morgen macht.

Ein alter Teil Basels, neu durchdacht.


Auf dem Klybeck-Areal arbeiten, forschen und lernen schon heute rund 2'000 Menschen. Zwischen Labors, Werkstätten, Ateliers und Büros begegnen sich die Mitarbeitenden von Life-Science-Unternehmen, Start-ups und Kreativschaffende. Doch wirklich einladend ist die industrielle Umgebung noch nicht überall: Vielerorts prägen Asphalt und versiegelte Flächen das Bild.

Genau hier setzt die Transformation an: Jedes Gebäude, jeder Platz und jeder Baum ist ein Element, das auf dem Weg zum neuen Quartier Schritt für Schritt begleitet werden muss. Das Neue Klybeck verwandelt sich zu einem gemischten Stadtquartier mit 7’500 Arbeitsplätzen und Wohnraum für rund 8’500 Menschen. Der passende Begriff dazu: «Soft City», oder zu Deutsch: Sanfte Stadt. Die Idee dahinter stammt vom Stadtplaner David Sim. Monofunktionale Gebäude werden darin vermieden, damit die Menschen den grössten Teil ihres Alltags direkt im eigenen Quartier erledigen können.

Das Quartier von morgen

Wer sich hier in wenigen Jahren bewegt, findet Schulen, Restaurants und Läden vor der Tür. Die Wege sind kurz, da Arbeitsplätze, Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung und Alltag nah beieinanderliegen. Gleichzeitig entstehen auf dem Areal unterschiedliche Nachbarschaften, die ihren eigenen Charakter haben und an die angrenzenden Quartiere anschliessen. Etwa mit Blockrandbauten, die die Struktur des Klybeckquartiers aufnehmen. Teil der Planung ist auch ein zeitgemässes Regenwasser-Management. In der Konsequenz heisst das unter anderem mehr entsiegelte Flächen. Mehr entsiegelte Flächen bedeutet auch mehr Raum für Bäume und mehr Abkühlung fürs Stadtklima.

Über 1’500 Bäume werden am Ende der Transformation auf dem Areal stehen, fast dreimal so viele wie heute. Die meisten bestehenden Bäume bleiben – sofern möglich – erhalten. Dazu kommen neue Parks und Freiräume. So zum Beispiel die Grünanlage Klybeckmatte, die neuen Erholungsraum für alle in und um Basel bietet.

Im Zuge dieser Entwicklungen wird auch die Mobilität neu gedacht. Es entstehen neue Wege, die Rhein und Wiese direkt miteinander verbinden. Velo- und Fussverkehr haben Vorrang, die Autonutzung ist eingeschränkt – eine gute Erreichbarkeit aber jederzeit gewährleistet. Dieses Weiterdenken der Stadt betrifft auch die Gebäude selbst.

Weiter gedacht

Die beste Ressource ist oft die, die bereits da ist. Graue Energie, also die Energie, die in der Herstellung von Baumaterialien steckt, lässt sich am einfachsten vermeiden, wenn Bestehendes weiterverwendet wird. Deshalb sollen im Neuen Klybeck rund 24 Bestandsgebäude erhalten oder aufgestockt werden.

Ein gutes Beispiel ist das FLOW. Es handelt sich um ein bestehendes Labor- und Bürogebäude mitten im Neuen Klybeck, das saniert und erweitert wird. So bietet es bald rund 19'000 m² modernste Fläche für Forschung und Büros, bewahrt aber seinen Kern aus solider Bausubstanz aus den 1980er Jahren.  Das FLOW strebt zudem den Standard LEED Gold an und erhält eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Das FLOW ist nur der Auftakt. Denn: Nachhaltige Stadtentwicklung ist kein einzelnes Projekt, sondern ein Zusammenspiel. Sie gelingt, wenn Menschen, Orte und Ideen zusammenkommen. Das Neue Klybeck ist ein Ort, an dem dieses Zusammenspiel gerade entsteht.